Braunbaeren – Mondberge Artenschutz-Kalender 2014 © Koenig

Für alle, die mehr über diese Tiere wissen wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Braunb%C3%A4r

Braunbär (Ursus arctos)

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 150 cm und einem Gewicht teils über 500 kg, zählen die Braunbären neben den Eisbären zu den größten Raubtieren an Land. Unter den Bären hat der Braunbär das größte Verbreitungsgebiet, welches sich über das nordwestliche Nordamerika, Skandinavien, Russland bis Japan, Süd- und Osteuropa, dem Nahen Osten, China und der Mongolei erstreckt. Noch im Mittelalter lebten sie auch auf dem gesamten europäischen Festland.

In Sagen und Mythen spielt er eine wichtige Rolle. Doch als Nahrungskonkurrent des Menschen wurde er gnadenlos verfolgt und auch die Lebensraumzerstörung hat dazu beigetragen, dass der Braunbär in großen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ausgerottet wurde. Der letzte deutsche Braunbär soll 1835 im bayrischen Ruhpolding erlegt worden sein, nachdem die wild lebenden Braunbären in Deutschland bereits im Mittelalter in waldreiche und schwer zugängliche Gebiete zurückgedrängt worden waren. Nach rund 170 Jahren wanderte im Jahr 2006 erstmals wieder ein Braunbär nach Deutschland ein, doch diese Geschichte nahm kein rühmliches Ende. Der Bär, der in den Medien den Namen „Bruno“ erhielt, wanderte mehrere Wochen im Grenzgebiet von Österreich und Deutschland umher. Immer wieder näherte er sich menschlichen Siedlungen und riss auch einige Nutztiere. Mehrere Wochen wurde versucht, den Bären lebend zu fangen, teilweise mit Unterstützung von Experten aus dem Ausland. Schlussendlich wurde „Bruno“ am 26. Juni 2006 erschossen.

Es bleibt abzuwarten, wann der nächste Braunbär auf seinen Wanderungen deutsche Gefilde durchstreifen wird. Bären leben in der Regel einzelgängerisch und zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie unternehmen saisonale Wanderungen zu Orten mit ausreichendem Nahrungsangebot. Sie sind nicht standorttreu und können bisweilen einige hundert Kilometer zurücklegen. Im nördlichen Alaska kann die Reviergröße eines ausgewachsenen Männchens sogar bis zu 800 km² umfassen.

Braunbären sind Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von pflanzlicher Kost. Von Gräsern und Kräutern über Blüten, Knollen und Wurzeln, bis hin zu Beeren weist der Speiseplan der Bären ein abwechslungsreiches Nahrungsspektrum auf. Ihre tierische Kost beinhaltet Insekten und deren Larven, aber auch Vögel und deren Eier, sowie Nagetiere, die sie mit ihren Krallen aus deren Bauten ausgraben. Es wird berichtet, dass die Braunbären in den Rocky Mountains auch größere Säugetiere wie beispielsweise Elche, Rentiere und Bisons fressen.

Der weltweite Bestand an Braunbären wird auf ca. 200.000 Tiere geschätzt. Etwa 50.000 bis 55.000 Bären leben in Europa. Um in Zukunft eine Wiederbesiedlung durch Bären zu ermöglichen, ist es wichtig, das Zusammenleben zwischen Mensch und Bär zu fördern und Konflikte frühzeitig zu lösen. Hierzu müssen die Menschen der potenziellen Besiedlungsgebiete, lokale Behörden und Naturschützer zusammenarbeiten und regional angepasste Managementpläne erarbeiten. Nur mit der Akzeptanz der Bevölkerung hat ein friedliches Miteinander eine Aussicht auf Erfolg.


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