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CDU, CSU & SPD sagen Insektensterben den Kampf an

Der dramatische Rückgang an Fluginsekten bedroht nicht nur die biologische Vielfalt, sondern wird langfristig auch dramatische Auswirkungen auf das Gleichgewicht unseres gesamten Ökosystems haben. Im Koalitionsvertag vom 7. Februar 2018 unterzeichneten CDU, CSU und SPD eine von über 40 Artenschutzorganisationen elaborierte Vereinbarung, die sich zum Ziel macht, die Lebensbedingungen von Insekten nachhaltig zu verbessern und den Schutz dieser auf die nationalpolitische Ebene zu heben.

In den letzten 27 Jahren hat sich die Biomasse an Fluginsekten an insgesamt 63 verschiedenen Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg um 75% verringert. Das Ergebnis der 1989 gestarteten Langzeitstudie fällt somit erschreckender aus als erhofft. Wissenschaftler sehen einen unmittelbaren, kausalen Zusammenhang zwischen Insektensterben und über die Jahre intensivierter Landwirtschaft. Neben der sich in absoluter Größe ausdehnender Agrarwirtschaft und dadurch immer kleiner werdender Feldränder, Hecken und Büsche, die Insekten als Habitate nutzen können, spielt der Einsatz von Neonikotinoide, Düngern und Pflanzenschutzmitteln eine entscheidende Rolle. In unserer Meldung vom 08. Mai sind die Insektizide bereits als wissenschaftlich nachgewiesener Grund für das Sterben der Honigbiene angeführt worden. Insektensterben ist also menschgemacht – und dabei gefährdet es uns gleichermaßen. Wie Bienen leben, welche Lebensräume sie brauchen und wie wir zu Wildbienenhelfern werden können, erzählen uns Anja Eder, Dirk Peters und Michael Römer in unserem großen Wildbienenhelfer-Buch.

Zwei Drittel unserer Nahrungspflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen

Insekten machen rund Zwei Drittel allen Lebens auf unserer Erde aus. Und trotzdem befürchtet der Biologe Dave Goulson, dass „unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben werden“. Mit fatalen Folgen; denn zwei Drittel unserer Nahrungs- und Kulturpflanzen sind von der Bestäubung durch jene Insekten abhängig, deren wirtschaftlicher Wert sich allein in Europa auf ca. 22 Milliarden Euro beläuft. In Kooperation mit über 40 Umwelt-, Natur und Tierschutzorganisationen sind im Sinne eines Aktionsprogramms für den Insektenschutz nun sechs Forderungen und Handlungsschwerpunkte definiert, die zur Rettung der Insekten auf Regierungsebene geltend gemacht werden müssen.

  1. Pestizidanwendungen reduzieren – Zulassungskriterien reformieren
  2. Strukturvielfalt in Agrarlandschaften fördern
  3. Nährstoffeinträge wirksam reduzieren
  4.  Qualitätsoffensive für Schutzgebiete initiieren
  5.  Insektenvielfalt in Siedlungsräumen fördern
  6.  Forschung und Monitoring intensivieren, Bildung verbessern

Mehr hierzu lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Mondberge Magazins.
Ab August erhältlich.


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