Pablo Escobars "Cocaine Hippos"

© pixabay / leonbasson

Als ein Sondereinsatzteam den Drogenbaron Pablo Escobar vor 27 Jahren niederschießt und seine 7000 Fußballfelder große Hacienda Nápoles durchsucht, übersehen sie vier afrikanische Flusspferde, die sich in den Gewässern auf Escobars Anwesen verstecken. Heute bewohnt eine Herde von über 80 Tieren die kolumbianischen Flussökosysteme – und sind Fluch und Segen zugleich.

Flusspferde schaden Flora & Fauna

Medellín, Kolumbien. Es ist ein dickes Problem, das kolumbianischen Umwelt- und Tierschützern seit einiger Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Es wiegt ca. 4000 Kilogramm, ist ziemlich gefräßig, einflussreich wenn nicht gar zerstörerisch und zuweilen auch angsteinflößend: es ist das afrikanische Flusspferd. Mittlerweile sind es über 80 Tiere, die der Flora und Fauna am Río Magdalena, der Lebensader der Menschen im Nordwesten Kolumbiens, ordentlich zusetzen – oder sie zumindest nachhaltig mitverändern.

Denn Flusspferde fressen ganze 80 Kilo Gräser pro Tag, scheiden die Reste in den Fluss aus und vertreiben heimische Arten wie Otter, Seekühe und Schildkröten. Während Flusspferde als Bereicherung für die Artenvielfalt und ihre produktive Vermehrung als Segen für den Artenerhalt betrachtet werden könnten, sind die eventuellen ökologischen Auswirkungen jedoch nicht zu unterschätzen und für das Gleichgewicht des Ökosystems potentiell gefährlich. Schon in Kenia hielten Wissenschaftler in über ein Dutzend Experimenten fest, dass mit Flusspferden gesäumte Flüsse aufgrund der erhöhten Ausscheidungen einen wesentlich ärmeren Sauerstoffgehalt im Wasser aufwiesen, dass in allen 13 Fällen Massensterben bei Fischen herbeiführte.

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Erschießung der Flusspferde seit 2009 ausgeschlossen 

Auch die Menschen, die am Río Magdalena leben, bekommen es mit der Angst zu tun, wenn neben ihren schmalen Fischerbooten eine Herde Hippos aus dem Wasser auftaucht oder sich abends aufmacht um durch die Dörfer zu spazieren. Nicht nur weil Flusspferde ein erhöhtes Aggressions- und Aktionspotential aufweisen, sondern auch weil Flusspferde normal gar nicht in Kolumbien vorkommen und den Menschen eigentlich unbekannt sind. Die Hippos zu erschießen ist allerdings keine Option. Das hat das kolumbianische Parlament mit einem Gesetz offiziell verboten. Trotzdem braucht das Problem eine adäquate Lösung. Ein „Zurückbringen“ der Hippos nach Afrika stand zur Debatte. Genauso wie die Unterbringung der Tiere in Zoos. Aktuell führt der Vorschlag Männchen wie Weibchen unfruchtbar zu machen und so eine unkontrollierte Ausbreitung des Flusspferdes in Kolumbien zu verhindern. Denn Biologen sagen, dass aus den aktuell 80 Flusspferden in weiteren 30 Jahren 400 geworden sein könnten.

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