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Das Eis der Arktis gegen Kapstadts Dürre

Die Idee ist nicht neu, aber die Möglichkeiten und Techniken zur Umsetzung sind es. Treibende Eisberge aus der Antarktis mit großen Schleppern an die Südküste Afrikas bringen – eine Großstadt vorm Verdursten retten: Das Kapp der guten Hoffnung hofft auf Geldgeber, denn gleichwohl das Unterfangen umsetzbar wäre, ist es mit immensen Kosten verbunden.

Seit drei Jahren zwingt die langanhaltende Dürre Kapstadts Bewohner besonders sparsam mit ihren Wasservorräten umzugehen. Dennoch: langsam aber sicher geht der Metropole das Wasser aus. Eine Situation, die den vielen Slumbewohnern nicht unbedingt neu ist. Viele Stunden kostet es die Menschen aus den Metropolregionen und Townships am Tag, um überhaupt an frisches Wasser zu kommen. Seit anhaltender Dürre ist diese Situation für jeden Bürger unabhängig von gesellschaftlicher Achtung und Wohlstand ähnlich geworden. Um ein Zusammenbrechen der Wasserversorgung bis zum erlösenden Regen hinauszuzögern, dürfen die 4,5 Millionen Bürger pro Tag nicht mehr als 50 Liter Wasser verwenden – zum Vergleich: In Deutschland liegt der Normalverbrauch pro Person und Tag bei 120 Litern.

„Stunde 0“ konnte bisher abgewendet werden

Die Stunde 0 ist der Moment, in dem die Wasserversorgung abgeschaltet wird und nur noch 25 Liter Frischwasser an polizeilich geschützten Verteilzentren pro Person ausgegeben werden. Laut bisheriger Prognose konnte die Stunde 0 durch erfolgreiches Wassersparen vom 09. Juli auf den 27. August verschoben werden – ein Termin der glücklicherweise bereits in der Winterregenzeit läge.

Eisberge fangen und mit dem Strom schwimmen lassen

Während Kapstadt Wasser spart greifen Fachleute eine Idee des französischen Ingenieurs Georges Mougin aus den 1970ern auf. Damals war diese aufgrund der technischen Herausforderungen noch nicht umsetzbar. Im Falle Südafrikas wäre das Unterfangen, Eisberge aus dem Südozean einzufangen und mit dem antarktischen Zirkumpolarstrom nach Norden abzulenken heute realistisch. Der Benguelastrom würde das treibende Eis zuletzt einfangen und direkt vor Kapstadt abliefern. Spezialschiffe, die normalerweise Bohrplattformen im Nordatlantik vor Treibeis schützen würden für den letzten Transportweg eingesetzt werden können. Bliebe nur die Frage, wie jenes Unterfangen in Kombination mit den nicht selten auftretenden und berüchtigten Südozeanstürmen ablaufen würde.


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