Eisvogel (Alcedo atthis)

Für alle, die mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisvogel

Der Eisvogel ist ein Symbol für lebendige Flüsse und intakte Auen. Seine schillernde Schönheit und Farbenpracht haben dem kleinen Vogel auch den Namen „fliegender Edelstein“ eingebracht. Er hat eine Körperlänge von bis zu 18 cm bei einem Körpergewicht von circa 40 g. Besonders auffällig ist der Schnabel mit einer Länge von etwa 4 cm. Sein prächtiges Federkleid ist unverwechselbar. Im Rücken- und Kopfgefieder glänzen Blau-, Blaugrün- und Türkistöne und heben sich im starken Kontrast vom rostroten Bauchgefieder ab. Die Weibchen sind an ihrem orangefarbenen Unterschnabel zu erkennen. Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel.

Das Verbreitungsgebiet des Eisvogels umfasst weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika. Einzelne Populationen findet man auch in Indonesien und auf einigen pazifischen Inselgruppen. Dabei besiedelt der Eisvogel die Ufer stehendender oder ruhig fließender, klarer Gewässer. Entscheidend ist dabei nicht nur das Angebot an Nahrung, sondern auch die Verfügbarkeit von Brutwänden und Ansitzwarten. Die bunten Vögel sind territoriale Einzelgänger und standorttreu. Sie sind tagaktiv und sitzen oft lange still auf einem Ast, der über dem Wasser hängt. In Deutschland kommt es in der Regel nur bei einzelnen Individuen, zumeist Weibchen und Jungvögeln, zu Wanderungen.

Bis zu 30 Gramm Nahrung nimmt der Eisvogel täglich zu sich, die überwiegend aus kleinen Fischen, aber auch aus Wasserinsekten und deren Larven sowie Kaulquappen und Krebstieren besteht.

Kennzeichnend für den Eisvogel ist die Jagdmethode des Stoßtauchens. Von seiner Ansitzwarte aus stürzt er sich schräg nach unten kopfüber ins Wasser und beschleunigt außerhalb des Wassers oft noch mit kurzen Flügelschlägen. Im Wasser liegen die Flügel dann meist eng am Körper an. Mit seiner Beute kehrt der kleine Vogel dann wieder zu seiner Sitzwarte zurück, um sie dort zu fressen. Ein solcher Tauchgang dauert nur wenige Sekunden, ist aber nicht immer erfolgreich. Kleinere Beutefische kann er sofort verschlucken. Größere Fische werden dagegen auch schon mal auf den Ast geschlagen, um sie zu betäuben oder zu töten, und werden erst dann Kopf voran verschluckt.

Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres in Deutschland. Nachdem die Bestände in Europa im 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund von Lebensraumverlust deutlich zurückgingen, konnten sie sich ab den 1970er-Jahren zwar stabilisieren, allerdings nur auf niedrigem Niveau. Hierzu haben Verbesserungen im Gewässerschutz und der Wasserqualität, Renaturierungen sowie die gezielte Errichtung von Eisvogel-Brutwänden maßgeblich beigetragen. Es wird geschätzt, dass der Bestand in Deutschland etwa 5.600 bis 8.000 Brutpaare umfasst. Der Erhalt naturnaher, von künstlichen Eingriffen unabhängiger Fluss-und Bachlandschaften gehört zu den Schlüsselfaktoren für das Überleben dieser Vögel. Aus diesem Grund stellt der Eisvogel im Naturschutz eine Flaggschiffart für diesen bedrohten Lebensraum dar. Von seinem Schutz profitieren auch viele weniger bekannte Arten der Bach- und Flusslandschaften sowie der Auen.


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