Flusspferd – Mondberge-Artenschutz-Kalender 2013 © Michael Matschuck

Flusspferd (Hippopotamus amphibius)

Für alle, die mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Flusspferd

Das Flusspferd (auch Nilpferd genannt) ist eines der größten lebenden Säugetiere; nur Elefanten, einige Nashornarten und Wale sind schwerer. Ein erwachsenes männliches Tier wiegt zwischen 1.500 bis 1.800 Kilogramm und kann bis zu fünf Meter lang sein. Durch ihre Größe und streitlustige Natur gehören sie zu den gefährlichsten Tieren Afrikas. Der mächtige Kiefer des Flusspferdes öffnet sich auf fast 180 Grad und ist mit riesigen unteren Eck- und Schneidezähnen ausgestattet. Flusspferde können ohne Weiteres auf kurze Distanz schneller laufen als Menschen, obwohl sie eine gedrungene Gestalt und kurze Beine haben. Zudem bietet die fünf Zentimeter dicke Haut des Flusspferdes Schutz vor Artgenossen und Raubtieren. Die Haut sondert eine schleimige Substanz ab, die an der Luft allmählich rot wird und zu dem Mythos beigetragen hat, dass Flusspferde Blut schwitzen. Die Aussonderung besteht aus zwei stark säurehaltigen Pigmenten, die das Wachstum von Krankheitserregern verhindern und gegen ultraviolettes Licht schützen.

Das Flusspferd lebt hauptsächlich im Wasser und hält sich in Flüssen, Seen und Mangrovensümpfen auf. Die Augen, Ohren und Nasenlöcher befinden sich oben am Schädel. Das erlaubt es ihnen fast vollständig unter Wasser zu bleiben und so schützen sich die Tiere vor Sonne und Überhitzung.

Die Tiere verlassen das Wasser in der Dämmerung, um an Land zu grasen. Flusspferde beanspruchen nur im Wasser ein bestimmtes Territorium. Es handelt sich dabei üblicherweise z. B. um einen definierten Flussabschnitt, in dem ein Bulle mit seinen fünf bis zu dreißig Weibchen und deren Jungen lebt. Obwohl die Tiere dicht nebeneinanderliegen, entstehen keine sozialen Bindungen, außer zwischen den Müttern und ihren Töchtern.

Ein weibliches Flusspferd erreicht die Geschlechtsreife mit fünf oder sechs Jahren und hat alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs. Die männlichen Flusspferde erreichen mit 7,5 Jahren ihre Geschlechtsreife. Typischerweise werden die Tiere 40 bis 50 Jahre alt.

Noch bis 1909 haben Zoologen die Flusspferde zu den Schweinen und anderen Paarhufern gezählt. Durch Fossilien und DNA-Vergleiche weiß man heute, dass die nächsten lebenden Verwandten der Flusspferde Wale, Delfine und Tümmler sind (Cetacean). Bis vor 30.000 Jahren waren Flusspferde in Nordafrika und Europa weitverbreitet. Heute gibt es nur noch zwei Arten: das Großflusspferd und das Zwergflusspferd, beide südlich der Sahara zu Hause. Beide Arten sind durch den fortschreitenden Verlust ihres Lebensraumes und die Bejagung durch den Menschen gefährdet. Aus Flusspferdleder werden Peitschen und aus ihren Zähnen werden Elfenbeinschnitzereien hergestellt – beides beliebte Trophäen. Zusätzlich werden die Flussufer, auf denen die Tiere grasen, immer öfter landwirtschaftlich genutzt. Mit geschätzten 125.000 bis 150.000 Tieren wurde das Großflusspferd 2006 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ eingestuft. Seit 1996 sind die Populationen um 7 bis 20 % geschrumpft. In Sambia leben noch 40.000, in Tansania zwischen 20.000 und 30.000 Großflusspferde. In der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Anzahl der Tiere durch die kriegsartigen Verhältnisse am stärksten verringert. Weniger als 3.000 Zwergflusspferde gibt es noch in den Wäldern Afrikas.


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