© Mondberge / Michael Matschuck

Furcht vor Stichen trotz dicker Haut

Trotz der satten 3cm an Stellen wie der Beine, dem Rücken und Rüsselansatz fürchten sich Elefanten nachweislich vor Bienenstichen. Für die Dickhäuter sind Stiche in weniger dickes, weiches Gewebe wie an den Augen oder im Rüssel besonders schmerzhaft. Bauern und Landwirte holen sich deshalb nun das Fluginsekt zur Hilfe, um Elefanten davon abzuhalten deren Felder zu zertrampeln.

Alarmstoffe der Bienen reichen oftmals aus

In einer dreimonatigen Studie haben Wissenschaftler in Südafrika nachgewiesen, dass es in der Mehrheit der Fälle bei den Alarmstoffen der Biene bleiben- und man dem Elefanten den Einsatz der Bienenvölker ersparen könnte. In einem Experiment im Jejane Nature Reserve hat man synthetisch hergestellte Pheromone mitsamt einer freigebenden Substanz und kleinen Steinchen als Gewicht in weißen Tennissocken um Wasserstellen herum aufgehängt. Das Ergebnis: 25 von 29 Elefanten bogen bewusst um, sobald sie den Geruch wahrgenommen hatten. Anzeichen von zunehmender Wachsamkeit und Unsicherheit gingen der Entscheidung zum Kurswechsel voraus. Optisch identische Socken, die jedoch keine Duft- und Botenstoffe enthielten und demnach nicht nach Biene rochen wurden ignoriert oder sogar gesonderten Geschmackstests unterzogen.

Im wesentlich trockeneren Maseke Game Reserve zeigten sich in einem weiteren Versuch nur 9 von 14 Elefanten von den synthetisch hergestellten Alarmstoffen beeindruckt. Grund für die leicht geringere Wirksamkeit sei die außerordentliche Trockenheit in der Region, die es weniger tragbar mache vor einer Wasserstelle kehrt zu machen. Zudem gibt es in trockenen Gebieten weniger Bienenvölker, weshalb man ableite, dass Elefanten aus dem Maseke Game Reserve weniger (negative) Erfahrungen mit Bienen gemacht haben.

Auch Bienensummen schreckt Elefanten ab

Auch das Surren eines aktiven Bienenstocks ist dem afrikanischen Elefanten geläufig und schreckt ihn nachhaltig ab. Forscherteams sind begierig die Studien fortzusetzen, um eine friedlichere Koexistenz zwischen dem Menschen und dem Dickhäuter zu ermöglichen. Denn Elefanten zerstören nicht nur Felder. Insbesondere in Indien werden nach staatlichen Angaben jährlich bis zu 300 Menschen von wilden Elefanten zertrampelt und getötet. In Asien ist das ähnlich. Die Kernbotschaft der Experimentreihe ist, dass passive Techniken zur Abwehr von Elefanten und dem Schutz von Äckern und kleinen Dörfern möglich sind und dass ein Arbeiten mit der Natur innovative Lösungen bereithält.


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