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Großer Erfolg: EU-weites Verbot von bienenschädlichen Insektiziden

Es ist ein wichtiger Tag für unsere Bienen und ein erster, großer Erfolg für die Menschheit. Die Mehrheit der Vertreter aller EU Mitgliedsstaaten stimmte am 27. April für ein Verbot der freien Anwendung von drei Agrarchemikalien, im Fachjargon Neonikotinoide

Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid heißen drei der bekanntesten Wirkstoffe, die die Chemie-Industrie der Landwirtschaft und Saatgutindustrie zum Pflanzenschutz anbietet, und in Europa noch bis vor kurzem Anwendung auf freiem Feld gefunden haben. Die Insektizide wirken als Kontakt- und Fraßgift und führen zu Störungen der chemischen Signalübertragung, die durch einen Dauerreiz Krämpfe hervorrufen und schließlich im Tod der Insekten enden. Pflanzen und andere Agrarprodukte sind so vor beißenden und stechenden Insekten geschützt worden – zum verheerenden Nachteil der Honigbienen.

Insektizide sind für das Bienensterben mitverantwortlich

Die Frage nach der Rolle von Insektiziden im globalen Bienensterben wird seit vielen Jahren heiß diskutiert und wird nicht von allen Teilnehmern in dieser Debatte als alleinige Hauptursache definiert. Analysen von Bestandsentwicklungen global bewirtschafteter Bienenvölker zweifeln an, dass die Agrarchemie allein für das globale Bienensterben verantwortlich zu machen ist. Der Befall durch die Varroamilbe in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in der Schweiz zum Beispiel gelte derzeit als ausschlaggebendste Ursache. Nichtsdestotrotz ist der Fakt nicht wegzudiskutieren, dass die drei genannten Wirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid nachweislich eine hohe Toxizität für Honigbienen haben und nach Kontaktaufnahme zu deren Tod führen; bei hoher Dosis unmittelbar. Bei niedriger Dosierung raubt es den Tieren den Orientierungssinn und sie verenden, weil sie nicht zum Bau zurückfinden. Das hat die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Auftrag der EU-Kommission so bestätigt. Innerhalb eines halben Jahres habe sich die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland von 800.000 auf schätzungsweise 640.000 um 20 % verringert.

„Wenn Insekten sterben, sterben auch die Singvögel“

In den letzten 20 Jahren sind 75 % aller Fluginsekten in Deutschland verschwunden, inklusive der Tiere, die für ein gesundes Fortbestehen der biologischen Vielfalt essentiell sind. „Wenn Insekten sterben, sterben auch die Singvögel“, sagen die Befürworter des Insektizidverbots und predigen dies als eine Art Aphorismus, um auf die Verschaltung unserer Ökosysteme und damit speziell die übergreifende Rolle der Bienen aufmerksam zu machen. Die Honigbiene und über 500 Wildbienenarten bestäuben nämlich rund 80 % aller Pflanzen und sichern so das Überleben von Bäumen, Blumen und Gräsern. Das Verbot der drei Neonikotinoide unter freiem Himmel durch den EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere und Lebensmittel ist ein großer Erfolg nicht nur für die Bienenvölker dieser Welt, sondern für das Gesamtfortbestehen der Welt wie wir sie kennen.


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