Meeresschildkroete © Hettich

Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas)

Für alle, mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Suppenschildkröte

Die Grüne Meeresschildkröte, auch Suppenschildkröte genannt, nutzt Strömungen, um in den tropischen und subtropischen Meeren oft weite Strecken zurückzulegen. Während ihres langen und komplexen Lebens kommt sie auch immer häufiger in Kontakt mit Menschen und deren Tätigkeiten. Die ersten fünf Jahre verbringen die Meeresreptilien auf offener See im Bereich der Konvergenzzonen, während sich die erwachsenen Tiere in den üppigen Seegraswiesen der flachen, küstennahen Regionen aufhalten. Das Seegras, die Hauptnahrungsquelle dieser Pflanzenfresser, wird dabei von den mit Haken und Zacken besetzten Hornleisten der Kiefer zerschnitten.

Die Schildkröten überwinden große Entfernungen zwischen ihren Futter- und Nistplätzen. Um zu ihren Eiablageplätzen zu gelangen, schwimmen einige von ihnen über 2.600 Kilometer weit. Die weiblichen Tiere kehren Jahr für Jahr an den Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Nach der Paarung im Wasser, begeben sich die Weibchen im Schutz der Dunkelheit oberhalb der Flutlinie an den Strand. Mit ihren Hinterbeinen graben sie Löcher in den Sand und legen bis zu 100 Eier in ihr Nest. Bevor die Tiere in das Meer zurückkehren, bedecken sie das Gelege mit Sand. Nach etwa zwei Monaten schlüpfen dann die Jungtiere aus den Eiern. In einem hektischen Lauf zum Meer versuchen die frisch geschlüpften Meeresschildkröten ihren Feinden wie Möwen oder Krabben zu entkommen. Anfangs sind die Jungtiere Jäger und leben im offenen Ozean. Nur etwa 1 % der Jungtiere erreicht die Geschlechtsreife und kann dann bis zu 80 Jahre alt werden. Einer ausgewachsenen Meeresschildkröte können nur noch der Mensch und große Haie gefährlich werden. Der harte Panzer ist eine natürliche Rüstung und bietet vor den meisten Raubtieren Schutz.

Grüne Meeresschildkröten besitzen eine Reihe von interessanten Anpassungen an das Leben im Meer. Sie atmen Luft, können aber bis zu zwei Stunden unter Wasser bleiben, bevor sie an die Oberfläche kommen, um einen schnellen Atemzug zu nehmen. Das mit der Nahrung überschüssig aufgenommene Salz können die Tiere über eine „Salzdrüse”, die sich in der Nähe der Augen befindet, ausscheiden. Dabei erscheinen die Schildkröten als ob sie weinen. Die Vorderbeine der Schildkröten sind flossenförmige Paddel, mit denen sie durch das Wasser „fliegen”, manchmal bis zu 24 Kilometer pro Stunde schnell. Die Tiere nutzen ihre Hinterbeine dabei als Ruder.

Grüne Meeresschildkröten sind eine von sieben lebenden Arten Meeresschildkröten, die alle als gefährdet oder vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste der IUCN geführt werden.

Meeresschildkröten sind vielen Bedrohungen ausgesetzt, einschließlich des Verlustes ihrer Nistplätze aufgrund von wirtschaftlichen Interessen, der illegalen Jagd, dem Ausrauben der Nester durch Menschen sowie der fortschreitenden Umweltverschmutzung. Häufig enden die Schildkröten als Beifang in den Netzen der Fischerei-Industrie. Verfängt sich ein Tier in einem Netz, kann es nicht mehr zur Oberfläche gelangen, um zu atmen. Es ertrinkt im Netz. Durch sogenannte „Turtle Excluder Geräte“, einer Öffnung im Netz, die sich durch das Gewicht der Schildkröten öffnen lässt, konnte der Beifang an Meeresschildkröten in Garnelennetzen um 97 Prozent reduziert werden. Die Grüne Meeresschildkröte wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft und wurde auf Anhang I von CITES gelistet. Die Populationen im Atlantik und im Pazifik werden „nur“ als bedroht bezeichnet, während die Mittelmeer-Population kurz vor dem Aussterben steht.

Neue Herausforderungen erwarten die Grüne Meeresschildkröte im Angesicht der globalen Erwärmung. Die sich erwärmenden Ozeane und die steigenden Meeresspiegel werden die Küsten verändern und auch Niststrände der Meeresschildkröten zerstören. Steigende Nisttemperaturen werden auch das zahlenmäßige Verhältnis von männlichen zu weiblichen Tieren ändern. Wärmer bebrütete Eier bringen Weibchen, kälter bebrütete Eier dagegen Männchen hervor. Sollte es an den Stränden also zu warm werden, wird es bald nicht mehr genug männliche Tiere zur Befruchtung der Eier geben.


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