Honigbiene im Anflug, Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Bernhard Diehl

Honigbiene (Apis mellifera)

Für alle, mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Honigbiene

Die Westliche Honigbiene oder Europäische Biene gilt seit Jahrhunderten als Inbegriff des Fleißes. Es gibt etwa 25 Unterarten der Europäischen Honigbiene. Diese sogenannten „Bienenrassen“ können aber nur von Fachleuten sicher unterschieden werden. Alle liefern sie uns aber – wenn auch nicht ganz freiwillig – Wachs für edle Kerzen und natürlich den kostbaren Honig. Ihre wichtigste Aufgabe im Dienste des Menschen ist es jedoch, einen Großteil unserer Kulturpflanzen zu bestäuben. Kaum eine Obstsorte wäre ohne sie in großen Mengen verfügbar. Natürlich gibt es auch noch Hummeln und Wildbienen, aber die Honigbiene ist eines unserer wichtigsten, wenn nicht sogar unser wichtigstes Nutztier überhaupt.

Alle Honigbienen sind sozial lebende Insekten, die in Staaten von 40.000 bis 80.000 Tieren zusammenleben. Ein Bienenvolk setzt sich aus der Königin, den männlichen Drohnen und den Arbeiterinnen zusammen. Während die Königin täglich bis zu 1.500 Eier legt und die Drohnen eigentlich nur darauf warten, bis es Zeit ist, beim Hochzeitsflug die neue Königin zu befruchten, wird die gesamte operative Arbeit von den Arbeiterinnen geleistet. Sie sind es, die mit dem Wachs, das sie in einer speziellen Drüse im Hinterleib produzieren, die Waben mit den Brutzellen bauen, in die die Königin dann die Eier ablegt. Sie sind es, die pausenlos ein- und ausfliegen, um ständig den Nachschub an Pollen und Blütennektar zu sichern, und sie sind es auch, die die komplette Aufzucht ihrer Schwestern übernehmen.

Optisch lassen sich die drei „Klassen“ im Bienenstaat recht leicht unterscheiden. Die Königin ist mit etwa 20 mm größer als die Arbeiterinnen (bis 15 mm), was vor allem durch den stark verlängerten Hinterleib zustande kommt. Die Drohnen wirken gedrungener (bis 18 mm) und haben deutlich größere Facettenaugen als Königin und Arbeiterin.

Eine Bienenkönigin kann 4–5 Jahre alt werden. Der Lebenszyklus der Drohnen ist mit 20–50 Tagen eher kurz und bei den Arbeiterinnen hängt die Lebenszeit von der Jahreszeit ab (im Sommer 30–35 Tage, im Winter 6–7 Monate).

Im Frühsommer legt die Königin neben befruchteten Eiern aus denen, je nach Fütterung der Larven, Arbeiterinnen oder Königinnen schlüpfen, auch einige Hundert unbefruchtete Eier, aus denen sich die männlichen Drohnen entwickeln. Etwa 1 Woche bevor eine neue Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit der Hälfte des Hofstaates das Nest und sucht sich eine neue Behausung (das sogenannte Schwärmen). Die erstgeborene neue Königin tötet sofort nach dem Schlupf alle anderen potenziellen Königinnen. Nach 6 Tagen begibt sie sich dann, umschwärmt von mehreren Drohnen, zum ersten Mal auf Hochzeitsflug, wobei sie sich auch mit mehreren Drohnen paart. Der Hochzeitsflug wiederholt sich später noch mehrmals. Nach Beendigung der Hochzeitsflüge werden die verbliebenen Drohnen aus dem Stock vertrieben oder getötet.

Unsere Honigbiene ist bedroht: Die größte Gefährdung für unsere heimischen Honigbienen geht momentan sowohl direkt als auch indirekt vom Menschen aus. So wird noch immer kontrovers diskutiert, ob der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu einem signifikanten Rückgang der Bienen geführt hat. Indirekt wurden unsere heimischen Bienen jedenfalls durch die Einführung von mit der Varroamilbe infizierter Bienenvölker angesteckt. Diese Milbe, die bei ihrer ostasiatischen Wirtsbiene ausschließlich die Larven von Drohnen befällt, ist an unseren Honigbienen so aggressiv, dass unbehandelte Bienenvölker unweigerlich ausgelöscht werden.


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