©mondberge.de/Andreas Klotz

Kongo: Kein Export wildlebender Tiere an China mehr

Die Antwort des kongolesischen Umweltministers an eine chinesische Firma ist kürzlich viral gegangen. Der Journalist und Naturschützer Adams Cassinga hatte den Brief bekommen und veröffentlichte ihn in seinem Social Media. Im Schreiben vom 8. Juni scheint es, als würde Amy Ambatobe Nyongolo dem Export von einem Dutzend Berggorillas, 16 Bonobos, 16 Schimpansen, acht afrikanischen Manatis und 20 Okapis zustimmen. Die Tiere seien dafür vorgesehen worden in zwei Zoos in der nördlichen Provinz Shanxi und dem Ostchinesischen Territorium Zhongnan unterzukommen.

Die Demokratische Republik Kongo verfügt weder über Aufzuchtstationen noch anderweitige Zuchtprogramme, was bedeutet, dass die angefragten Tiere bei Genehmigung des Exports aus der Wildnis heraus gegriffen und gefangen genommen werden müssten. Im Kongo leben rund 200 der weltweit ca. 1000 Berggorillas. Auch die anderen Arten sind stark gefährdet und stehen unter dem Schutz vieler internationaler Artenschutzorganisationen. Trotzdem sind dem kongolesischem Gesetz nach nur die Okapi vor dem Verkauf und anschließendem Export geschützt. Eine Gefangenname der Berggorillas, Bonobos, Schimpansen oder Manatis würde eine potentielle Zerstörung der tierischen Gemeinschaften und sozialen Gruppen bedeuten und den Tod anderer Artgenossen riskieren. Auf die Vermutung hin, dass die Zahlung des chinesischen Unternehmens Tianjing Junheng International Trade Corporation Ltd. der kongolesischen Wirtschaft gut tun würde, entgegnete der Umweltminister Nyongolo, dass keine monetäre Kompensation in Frage käme. Vielmehr wäre ein Tausch von Spezies im Interesse des kongolesischen Instituts für Naturschutz (engl.: ICCN = Institute in Congo for the Conservation of Nature).

Bisher blieb der Deal aus

Noch hat der Deal nicht statt gefunden. Nyongolo sagt, dass er den Export bisher nicht genehmigt-, sondern die Anfrage des Unternehmens lediglich an das ICCN weitergeleitet habe. Der Investigativjournalist Adams Cassinga hat bisher mehr als 3000 Menschen zu einer Unterschrift seiner Petition gegen den Export von Tieren bewegen können. Viele Artenschutzorganisationen haben sich zu diesem Thema bereits geäußert. Das Aufsehen der Öffentlichkeit steigt und somit auch die Hoffnung, dass der ICCN in dieser Angelegenheit zu keinem Konsens kommen wird.


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