Korallenriff Fiji – Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Hettich

Korallen (Cnidaria)

Für alle, die mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Koralle

Der Begriff Koralle bezeichnet sessile, Kolonien bildende Nesseltiere (Cnidaria). Korallen bilden keine einheitliche, systematische Gruppe. Viele der Korallengruppen gehören zu den Blumentieren (Anthozoa), die mit etwa 7.500 Arten die größte Klasse der Nesseltiere darstellt. Zu den Blumentieren zählen die Schwarzen Korallen, wie auch die Weich-, Leder- und Röhrenkorallen. Ihr bekanntester Vertreter ist wahrscheinlich die Steinkoralle, die maßgeblich zur Entstehung von Riffen beiträgt. Die Hydrozoen (Hydrozoa) sind eine weitere Klasse der Nesseltiere, die immerhin bis zu 3.500 Arten umfasst. Darunter sind auch die Feuer- und Filigrankorallen zu finden.

Das Vorkommen von Korallen beschränkt sich ausschließlich auf das Meer und dort vor allem auf die tropischen Regionen. Als festsitzende Meerestiere gehören die Korallen zu den Filtrierern. Zu ihrer Nahrung gehört Mikroplankton, Nährstoffe und Spurenelemente, die sie aus dem Meerwasser herausfiltern. Korallen, die nahe der Wasseroberfläche leben, ernähren sich zusätzlich mit Hilfe von Algen, mit denen sie in Symbiose leben. Die eingelagerten, einzelligen Algen sind auch für die intensiven Farben der Korallen verantwortlich. Sie betreiben Photosynthese und stellen der Koralle wichtige Nährstoffe zur Verfügung.

Korallen sind wichtige Zeitzeugen der Erdgeschichte. Es gibt sie bereits seit über 400 Millionen Jahren und sie werden beispielsweise in der Klimaforschung genutzt, um Klimamodelle zu entwickeln. Riff bildende Korallen, wie die Steinkorallen, sind außerdem maritime Baumeister. Korallenriffe haben aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit einen physikalischen und auch ökologischen Einfluss auf ihre Umgebung. Sie sind die größten Strukturen der Erde, die von Lebewesen geschaffen wurden.

Vor der Nordostküste Australiens erstreckt sich das größte Korallenriff der Erde, das Große Barriereriff (engl. Great Barrier Reef). Mit einer Länge von etwa 2.300 km liegt es zwischen dem 10. und 24. südlichen Breitengrad und damit vollständig in den Tropen.

Korallenriffe schützen Strände vor Erosion und Sturmschäden und sie bieten Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, unter ihnen Würmer, Weichtiere, Schwämme, Stachelhäuter und Krebstiere. Sie sind außerdem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, vor allem im Tourismusbereich, doch bereits ein Fünftel der Riffe weltweit sind vernichtet. Die Hälfte aller noch verbliebener Riffe gilt als ernsthaft gefährdet. Die Gründe sind vielfältig. Dynamitfischen und das Zyanidfischen, bei dem es vor allem um den Fang von Zierfischen für die Aquarienhaltung geht, wie auch die allgemeine Überfischung zerstören die Korallenriffe ebenso wie die industrielle Verschmutzung oder unachtsame Taucher. Das Ökosystem Korallenriff ist außerdem besonders störempfindlich. Die Korallen überleben nur bei Temperaturen zwischen 18 und 30 °C. Bei höheren Temperaturen stoßen sie die Algen, mit denen sie in Symbiose leben, ab. Dadurch verlieren die Korallen nicht nur die Nährstoffe, die sie aus der symbiotischen Beziehung erhält, sondern auch die Färbung. Zurück bleibt das weiße Kalkgerüst, das zum Begriff der Korallenbleiche geführt hat. Die globale Erderwärmung trägt zu einer Verstärkung dieses Phänomens bei.


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