Meeresschildkröte © AGA e.V.

Meeresschildkröten sind Reptilien und bilden eine eigene Familie innerhalb der Schildkröten, ihre Gruppe umfasst insgesamt sechs bis sieben Arten. Sie stammen von den Land- und Süßwasserschildkröten ab, und haben sich vor etwa 225 Millionen Jahren dem Lebensraum Meer angepasst.

Die Extremitäten der Meeresschildkröten sind große Paddel, aus denen nur ein oder zwei Krallen herausragen. Ihr Panzer ist wesentlich abgeflachter und stromlinienförmiger als der ihrer an Land lebenden Artgenossen, was dazu führt, dass Meeresschildkröten ihren relativ großen Kopf bei Gefahr nicht einziehen können.

Die sogenannte Lederschildkröte ist mit einer Panzerlänge von bis zu zwei Metern und einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm die größte, die Bastardschildkröte ist mit einer Panzerlänge von 70 Zentimetern die kleinste ihrer Art. Ihre potenzielle maximale Lebenserwartung wird auf etwa 75 Jahre geschätzt, wobei die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich niedriger ausfällt.

Alle Meeresschildkröten haben Salzdrüsen, die beständig eine konzentrierte Salzlösung abgeben und so den Salzgehalt des Blutes regulieren. Meeresschildkröten sind in allen tropischen und subtropischen Meeresgebieten zu finden und sie verbringen – bis auf die Eiablage – ihr gesamtes Leben im Wasser.

Die Ernährung von Meeresschildkröten besteht zum Beispiel aus Kopffüßlern (z.B. Kraken und Tintenfische) und Quallen, die sie auf langen Tauchgängen jagen. Während des Tauchens wird ihr Stoffwechsel stark herabgesetzt und das Blut mit CO2 angereichert.

In der Regel sind Meeresschildkröten Einzelgänger, nur zur Eiablage findet man größere Populationen an den Stränden. Die Eier werden von den Weibchen an ihrem Geburtsstrand abgelegt und dann durch die Wärme der Sonne ausgebrütet. Von den geschlüpften Jungtieren erreicht nur eins von 1000 das fortpflanzungsfähige Alter von 20 Jahren.

Alle Meeresschildkröten sind vom Aussterben bedroht, wobei ausschließlich der Mensch dafür verantwortlich ist. Seit Jahrhunderten werden Meeresschildkröten aufgrund ihrer Eier, Ihres Fleisches und ihres einzigartigen Panzers gejagt. Zudem stellen die Umweltverschmutzung ganzer Meeresregionen und Niststrände sowie die modernen Fischfangmethoden eine massive Bedrohung für die Schildkröten dar. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich mehr als 250.000 Tiere ungewollt in den Netzen der Fangflotten landen und verenden.

Meeresschildkröten stehen offiziell unter Artenschutz und dürfen nicht gefangen oder getötet werden, allerdings greifen diese Maßnahmen nur schleppend, so dass ihr Bestand nach wie vor rückläufig ist.

Auch Grüne Meeresschildkröten gehören zu den Bedrohten Arten.


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