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PARADIES GESCHLOSSEN – DIE SCHÖNSTE INSEL DER PHILLIPPINEN WIRD ZUR NO-GO AREA

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte veranlasste am 26. April 2018 die 6-monatige Schließung der Trauminsel Boracay. Der Grund: Gravierende Umweltprobleme an den Stränden und in den Gewässern des dem Massentourismus zum Opfer gefallenden Eilands.

Mit ihren fast perlmuttweißen Stränden und fischreichen Gewässern gehörte die Insel Boracay mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Diamanten der Inselparadiese unserer Erde; aber mit Sicherheit zu den Topstationen unter den 17.500 Inseln der Philippinen. Zumindest wenn man 1980 reiseaffine Kite- und Windsurfer oder passionierte Taucher nach deren Favoriten gefragt hätte. Damals fehlte noch jede Spur von den mittlerweile 4.500 Hotels, Gaststätten und sonstiger Geschäfte, den ohne Genehmigung und somit illegal errichteten Wohnbauten im Inneren der Insel, der großen Fähren, die mutterschiffartig über zwei Millionen Besucher von der südöstlich gelegenen Insel Panay abgeholt und zu Boracays Hafen gebracht hat. Damals waren es wenige Bambushütten, mit Kokospalmblättern in der Funktion der heutigen Wellblechdächer. Damals war der Präsident auch noch ein anderer, aber selbst der für seine Direktheit bekannte Rodrigo Duterte hätte damals keinen Anlass gefunden Boracay als „Kloake“ zu bezeichnen. Boracay sähe aus der Ferne immer noch schön aus, aber ‚stinke nach Scheiße’ sobald man ins Wasser gehe, so Duterte heute.

Umweltschutz vor Massentourismus

Die Konsequenz daraus ist die 6-monatige Schließung der Insel. Der Wildwuchs der Urlaubsindustrie gefährdet das tropische Paradies derart, dass in den vergangenen Tagen 600 Polizisten jede touristisch motivierte Einreise unterbunden und den Zutritt von außen verhindert hatten. Die 40.000 Inselbewohner mögen das verständlicherweise mit gemischten Gefühlen aufnehmen; immerhin leben diese mittlerweile ausschließlich vom Tourismus. Umso motivierter schicken Hotels und Restaurants ihre Angestellten zur Unterstützung in die staatlich organisierten Bergungs- und Aufräumaktionen, die die zugemüllten Küstenabschnitte wieder in Ordnung und unter Kontrolle bringen sollen. Denn die war definitiv verloren gegangen. Jetzt löst intensiver Natur-, Umwelt- und Artenschutz den Massentourismus ab, um dem Naturparadies Regeneration zu ermöglichen und für die Zukunft verantwortungsbewussten und nachhaltigen Tourismus zu organisieren. Bis zur Wiedereröffnung Boracays am 26. Oktober diesen Jahres sollen funktionierende Kanalisationssysteme gebaut und alle illegal errichteten Wohnbauten abgerissen werden. Mindestens 400 Millionen Euro entgehen den Insulanern durch die Tourismuspause insgesamt. Ungefähr 40 Millionen möchte die Regierung beisteuern. Wenn alles gut geht ist Boracay dem Plastikwahnsinn dann von der Schippe gesprungen und Duterte hat das Paradies konsequent vorm Untergang (in Abwasser und Müll) bewahrt.


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