© Casey Allen

Sollte man den Handel mit Nashornhorn legalisieren?

Alle Jubel Jahre werden Stimmen laut, die behaupten, dass eine Entkriminalisierung und Legalisierung des Handels mit Nashornhorn die Wilderei in Schach halten und nachhaltig reduzieren würde. Die Argumente dafür sind nachvollziehbar. Die Argumente dagegen auch.

Dass Nashornhorn irgendeinen gesundheitsrelevanten Effekt hat, haben mehrere anerkannte Studien bereits negieren können. In der traditionell-chinesischen Pharmaindustrie will das aber keiner hören. Denn das Horn eines Nashorns ist kostbar – kostbarer als Gold, Diamanten und Kokain. Über 60.000 Euro kostet ein Kilo davon auf dem chinesischen Schwarzmarkt. Der ist mittlerweile bei weitem nicht mehr das einzige Absatzgebiet. Auch in Japan, Korea und Taiwan gilt das Horn der Rhinozerosse als Objekt der Reichen mit heilenden Fähigkeiten. Auch in Vietnam ist durch den wirtschaftlichen Aufschwung eine gesellschaftliche Elite entstanden, die pulverisiertes Horn zur Entgiftung bei Alkoholexzessen Aspirin, Schlaf und Pfefferminzöl vorzieht. 

Legalisierung für den Schutz der Tiere? 

Vor ungefähr 20 Jahren noch verzeichnete Südafrika weniger als 10 gewilderte Nashörner im Jahr. Bis 2008 bewegten sich die Fälle von Nashornwilderei zwischen 10 und 25. Im Jahr 2008 waren es dann 83 getötete Tiere; vier Jahre später 668. In den letzten zehn Jahren sind über 8.000 Nashörner dem Handel mit Horn zum Opfer gefallen. Verständlich, dass Tierschützer Veränderung in der aktuellen Handhabung von Wilderei fordern und intensiveren Diskurs wünschen. 

Mit der Forderung an die südafrikanische Regierung, den Handel mit Nashornhorn künftig freizugeben, stoßen australische Naturschutzbiologen der University of Queensland jedoch auf Unverständnis. Und dennoch ist es ein ernst gemeinter Vorschlag um die Auslöschung des Nashorns in Südafrika zu verhindern. Vertreter dieses Gedanken meinen, dass das Handelsverbot seit 1977 offensichtlich nichts geändert habe. Im Gegenteil: das Problem der Wilderei ist so gravierend wie nie zuvor. Weiter zu machen wie bisher und zu glauben, dass sich etwas ändern würde entspräche der Definition von Wahnsinn. Außerdem würde das Verbot das Angebot bei stetig wachsender Nachfrage nur verknappen und damit noch kostbarer machen. 

© Lee Ann Nicholls

Das Hauptargument der Befürworter für einen legalen Handel 

Das Horn eines Nashorns wächst binnen weniger Jahre nach. Demnach könnte es ein Tierarzt regelmäßig schneiden bzw. „ernten“ ohne dass das Tier danach sterben müsste. In Südafrika gibt es ungefähr 5.000 Nashörner in privater Haltung, die laut des Forschers und Autors Duan Biggs genügen würden, um den Bedarf im asiatischem Raum zu befriedigen und zudem die enormen Preise auf dem Schwarzmarkt zu senken. Damit würde auch der finanzielle Anreiz für Wilderer schwinden. Die Einnahmen durch den streng regulierten Verkauf könnten dem Schutz der Tiere und weiterer Projekte ähnlicher Natur gestiftet werden. Die elektronische Markierung der Hörner durch eine lizensierte Vertriebsorganisation würde dem Käufer versichern können, dass sein Horn aus legalem Handel stammt und kein Nashorn dafür sterben musste. 

Auch bei Krokodilleder hat das damals schon funktioniert. Grundsätzlich sollten die Tiere nicht für Kleidung sterben; eine Legalisierung des Handels aber hatte zumindest schon mal dazu geführt, dass man die Reptilien heute züchtet anstatt sie zu wildern. 

Befürchtungen bei Legalisierung des Handels 

Gegner der Entkriminalisierung des Nashornhornhandels befürchten, dass die Nachfrage bei einer Legalisierung steigen und der Markt so unkontrollierbar wachsen würde. „Wir glauben nicht, dass man mit gezüchteten Nashörnern auch nur annähernd den möglichen Bedarf an Nashornmedizin in Asien decken könnte“, meint Volker Homes, der die Abteilung Artenschutz beim WWF in Deutschland leitet. Vielmehr solle man darauf setzen Wilderei noch härter zu bestrafen. Im Krüger-Nationalpark, wo jährlich die meisten Nashörner der Wilderei zum Opfer fallen, sind vor einigen Jahren 400 Ranger zusätzlich für die Verfolgung Wilderen eingestellt worden, die in Kooperation mit dem Militär festen Patrouillen folgen und enttarnte Straftäter ohne zu zögern erschießen dürfen. 

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