© Peter Scheufler

Über 400.000 Königspinguine verschwinden auf der Schweine-Insel

Obwohl die Île des Pingouins namenstechnisch am ehesten mit riesigen Pinguinpopulationen in Verbindung gebracht werden würde, gehört die Insel mit drei km² Fläche zur viertkleinsten der fünf Crozetinseln und bietet damit nicht sonderlich viel Platz. Tatsächlich ist es die Île aux Cochons, zu deutsch Schweine-Insel, im südlichen Indischen Ozean, die in den Achtzigerjahren noch um die 500.000 Königspinguine beheimatete. Heute sind es nur noch ca. 60.000 Paare: Ein Rückgang der Population um 88%.

Wetterphänomen El Niño als Grund für den Populationseinbruch?

In umfassenden Studien rätselt ein internationales Forscherteam um die Gründe für das unerwartete und massive Verschwinden der Königspinguine. Vor gut 30 Jahren war die Schweine-Insel Heimat der größten Königspinguinpopulation der Welt gewesen. Über die Jahre hinweg hatte man die Entwickelung der Kolonie mit Satelliten und Luftbildern gut dokumentieren können. Dort wo man auf der Insel keine Vegetation mehr sehen konnte, hatten sich die Königspinguine auf dem Land niedergelassen. Um die Kolonie bliebe die Vegetation hingegen erhalten. Es sei also ziemlich einfach zu sehen, wie viel Platz die Kolonie besetze, so Wissenschaftler Weimerskirch.

Vergleichsweise wirkt die Insel heute wie ausgestorben. Die Gründe für den Rückgang sind bisher nicht eindeutig definiert. Die bisher wohl stichhaltigste Vermutung ist, dass die Erwärmung der Meere natürliche Beute wie Fische und Kopffüßler in kältere Gewässer Richtung Antarktis flüchten lässt. Zusätzlich verknappt die industrielle Fischerei das Nahrungsangebot im südindischen Ozean drastisch. Jungtiere verhungern, weil die Nahrungssuche immer anspruchsvoller wird und Elternpinguine länger brauchen um weniger Nahrung für den Nachwuchs zur Insel zu bringen. Neben der ungewöhnlich veränderten Strömungen, die zu Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen führen und mit dem Begriff „El Niño“ beschrieben werden, könnten auch eventuell eingeschleppte Mäuse und Katzen oder Krankheiten die Jungtierpopulationen in den letzten Jahren dezimiert haben. Derweil ist ein Forscherteam in Vorbereitung die Ursache des noch ungeklärten Rückgangs vor Ort zu ergründen und bald zu den südindischen Vulkaninseln aufzubrechen.


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