Waldelefanten – Mondberge Artenschutz-Kalender 2013 © Klotz

Waldelefant (Loxodonta cyclotis)

Für alle, die mehr über diese Tiere erfahren wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Waldelefant

Waldelefanten wurden ursprünglich als Unterart der Afrikanischen Elefanten eingeordnet – bis sie durch aktuelle Studien als eigenständige Art anerkannt wurden. Der Waldelefant kommt ausschließlich in den Niederungen des tropischen Regenwaldes von West- und Zentralafrika vor. Er ist kleiner als sein Verwandter, der Afrikanische Elefant, der in der Savanne lebt. Er hat geradere, dünnere Stoßzähne sowie eine glattere Haut, was es ihm ermöglicht, leichter durch den dichten Wald zu streifen. Sein Revier kann sich über 2.000 Quadratkilometer erstrecken und ist somit größer als manch ein zentralafrikanischer Nationalpark. In der Trockenzeit ernährt sich der Waldelefant von Gräsern und Blättern, bevorzugt jedoch Früchte, die aber nur in der Regenzeit verfügbar sind. Die Tiere leisten besonders gute Arbeit bei der Samenausbreitung: sie fressen große Mengen Früchte, deren Samen manchmal erst 50 Kilometer entfernt in einem „nährstoffreichen Paket“ auf den Waldboden ausgeschieden werden.

Waldelefanten treten in kleinen Gruppen von fünf bis acht verwandten Kühen und deren Kälbern auf. Jede Familieneinheit wird von der ältesten Elefantenkuh, der sogenannten Matriarchin, geleitet. Die Elefanten kommen auch oft in größeren Gruppen auf Dschungellichtungen oder „Bais“ zusammen, wo sie am Wasser und im Boden nach Mineralien graben. Laute spielen in ihrer Kommunikation eine wichtige Rolle, wobei die Waldelefanten durch Grollen und Poltern niedrige Infraschalltöne erzeugen, die der Mensch nicht hören kann. Der weibliche Afrikanische Waldelefant wird mit ungefähr zehn Jahren geschlechtsreif, bekommt jedoch nur alle vier Jahre Nachwuchs.

Nach einer bis zu zwei Jahren dauernden Schwangerschaft gebärt die Elefantenkuh immer nur ein Junges, das zwei Jahre gesäugt wird und danach bei der Herde bleibt, bis es alt genug ist, um sich selbst zu versorgen. In freier Wildbahn können Afrikanische Waldelefanten bis zu 60 Jahre alt werden.

Der Lebensraum des Afrikanischen Waldelefanten wird zunehmend beschränkt und zerstückelt. Industrielle Abholzung, Bergbau, Straßen und die Siedlungen der wachsenden afrikanischen Bevölkerung dringen immer weiter in den Urwald vor. Dies erlaubt auch Wilderern auf der Suche nach Elfenbein und Buschmeat immer besseren Zugang zu ehemals entlegenen Regionen. Erst 1990 wurde ein generelles internationales Handelsverbot für Produkte aus Elefanten erlassen – als sie bereits unter Anhang I von CITES gelistet waren. Im Jahr 2004 kam der Afrikanische Elefant als „gefährdet“ auf die Rote Liste der IUCN. Noch 1980 schätzte man den Bestand auf 380.000 Afrikanische Waldelefanten – heute sind es weniger als 200.000 Tiere. Das Afrika-Programm der Wildlife Conservation Society und Spurensucher eines Pygmäenstammes arbeiten zusammen, um Standorte von Afrikanischen Waldelefanten zu erkunden und sie dort mit Sendern auszustatten, um mithilfe der Telemetrie Langzeitstudien in Gabun, der Zentralafrikanischen Republik und in der Republik Kongo durchzuführen. Ein besseres Verständnis der Lebens- und Ernährungsumstände der Waldelefanten ist unumgänglich, um den Projektplanern vor Ort dabei zu helfen, diese Tiere zu schützen und den Mensch-Wildtier-Konflikt zu verringern. Solche Maßnahmen tragen maßgeblich dazu bei, die regionale Elefantenpopulation zu stärken.


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