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Wissenschaftler erzeugen Nashorn-Embryos

Der Kampf um das in freier Wildbahn längst ausgestorbene, nördliche Breitmaulnashorn geht mit der erfolgreichen Laborarbeit italienischer Forscher in die nächste Runde: Sie haben zum ersten Mal Embryos von Nashörnern künstlich herstellen können und verfolgen nun das ehrgeizige Ziel der Rettung einer seit 2008 de facto ausgestorbenen Art.

Das Breitmaulnashorn ist das größte heute lebende Nashorn unserer Erde. Bei einer Länge von bis zu knapp 4 Metern und einem möglichen Gewicht von 3,5 Tonnen, hat das Breitmaulnashorn keine natürlichen Feinde – die einzig reale Gefahr ist der Mensch. Im Jahr 2008 haben Wilderer das nördliche Breitmaulnashorn in freier Wildbahn vollständig ausgerottet. Denn auf dem chinesischem Schwarzmarkt ist ein Kilo Horn ca. 40.000 US$ wert und die Nachfrage nach Horn steigt in der traditionellen chinesischen Medizin dramatisch an. Diesen März war der letzte lebende nördliche Breimaulnashorn-Bulle Sudan in einem Naturschutzgebiet in Kenia verstorben. Er hinterließ seine Tochter Najin, die derzeit mit ihrer Tochter Fatu ebenfalls im kenianischen Ol-Pejeta-Park lebt. Beide sind des nördlichen Breitmaulnashorns letzte Hoffnung.

Sieben Embryos konnten gewonnen werden

Dem südlichen Breitmaulnashorn, von dem es noch ca. 20.000 Tiere in freier Wildbahn gibt, haben Forscher erfolgreich Eizellen entnehmen können. Ein europäischer Zoo hatte weibliche Exemplare dieser Unterart für das Unterfangen zur Verfügung gestellt. Durch die Befruchtung mit eingefrorenem Sperma Nördlicher wie Südlicher Breitmaulnashörner hat man mit der Unterstützung der italienischen Experten sieben gesunde Embryos gewinnen können. „Unser Ziel ist es, dass in drei Jahren das erste kleine Nördliche Breitmaulnashorn geboren wird“, erklärt Prof. Dr. Hildebrandt vom Berliner Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Sudans Hinterbliebene Najin und Fatu seien physisch nicht in der Verfassung für eine Trächtigkeit, hätten bei erfolgreicher Geburt der Embryo-Nashörner dann aber die essentielle Aufgabe den Jungtieren das soziale Verhalten ihrer Art beizubringen.

Trotz der bisherigen Erfolge bleiben andere Wissenschaftler skeptisch und halten die Wiederherstellung einer überlebensfähigen Population nördlicher Breitmaulnashörner für unwahrscheinlich. „Beeindruckende Ergebnisse in einer Petrischale lassen sich nicht so einfach in eine Herde gesunder Jungtiere verwandeln“. Die Zeit wird zeigen.


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