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Wie blicken die Berggorillas auf 2020 zurück?

Seit März 2020 hat sich die Welt verändert – ganz sicher auch die der Berggorillas in Uganda. Seit vielen Jahren, teils ihr ganzes Leben lang, sind sie es gewohnt, dass jeden Tag Besucher (Touristen aus aller Welt) vorbeikommen, um eine Stunde bei ihnen zu bleiben, sie zu beobachten und zu fotografieren. Eine wunderbare Abwechslung … besonders für die kleinen Gorillas im täglichen Regenwald-Leben …

Von einem Tag auf den anderen wurden Ugandas Grenzen unpassierbar (noch vor den USA machte man hier wegen Corona „dicht“), auch alle Nationalparks wurden geschlossen. Monatelang kam kein einziger Besucher mehr in den Wald – stattdessen aber plötzlich Wilderer, die vielleicht nicht gezielt nach Berggorillas jagten, aber Schlingfallen auslegten, um zum Beispiel kleine Antilopen zu fangen. Eine große Gefahr auch für die an Menschen gewöhnten Berggorillas.

Sanfter Tourismus bot Schutz

Die regelmäßigen Besuche von wenigen Touristen boten sehr guten Schutz, der plötzlich nicht mehr wirkte. Viele Menschen rund um die Nationalparks lebten „vor Corona“ vom Tourismus, verkauften Souvenirs, arbeiteten als Fahrer, Ranger oder Träger – oder waren angestellt in einer der vielen Lodges. Die meisten verloren von einem Tag auf den anderen Ihre Jobs – oft die Lebensgrundlage ganzer Familien. In Uganda gibt es keine Hilfe vom Staat, kein Kurzarbeitergeld, kein Arbeitslosengeld oder Hartz 4 – absolut nix!

Der Bwindi-Wald, in dem die Gorillas leben, war jetzt notgedrungen wieder eine Möglichkeit Nahrung zu beschaffen. Im Juni 2020 schließlich passierte das Schlimmste – der gewaltsame Tod von Rafiki, einem Berggorilla-Silberrücken, ging durch die Weltpresse. Er wurde mit einem Speer getötet. Vier Wilderer wurden verhaftet, einer hat die Tat gestanden und behauptet, er hätte in Notwehr gehandelt – Rafiki hätte ihn angegriffen, als er auf der Jagd nach Antilopen und Buschschweinen war. Er wurde zu 11 Jahren Haft verurteilt.

Veränderungen seit Januar

Im Januar 2020 war Andreas Klotz noch mit dem TV-Filmteam von Christian Ehrlich, zusammen mit Frank Elstner und Dr. Matthias Reinschmidt, in Uganda unterwegs gewesen. Ein paar Wochen nachdem sie im Mgahinga-Nationalpark eine Gorillagruppe besucht hatten, starben durch einen Blitzschlag vier Mitglieder dieser Familie inklusive eines schwangeren Weibchens.

Im Film wird noch davon gesprochen, dass die Population wächst, dass es nach neuesten Zählungen wieder über 1.000 – genau 1.064 Berggorillas – gibt. Plötzlich sind es 5 weniger – ein deutliches Beispiel für schnelle Veränderungen. 5 von 1.064, das sind etwa ein halbes Prozent der Berggorilla-Weltbevölkerung. Ein halbes Prozent der menschlichen Weltbevölkerung wären etwa 40 Millionen. Ein krasser Vergleich, oder? Es kommt beim Artenschutz von so bedrohten Spezies wie Berggorillas auf jedes einzelne Leben an …

Ausblick 2021

Im Laufe des Jahres 2020 sind glücklicherweise auch mehrere Berggorilla-Babys in den Regenwäldern Ugandas, Ruandas und der Demokratischen Republik Kongo geboren. Ganz sicher gab es noch weitere natürliche und vielleicht auch unnatürliche Sterbefälle, von denen wir nie etwas erfahren werden. Für die Natur und das Klima mag der weltweite durch ein kleines Virus verursachte Stillstand auch positiv gewesen sein, doch am Ende überwiegen vor allem für die Bevölkerungen der so genannten Entwicklungsländer die negativen Auswirkungen – welche am Ende auch die Lebensräume stark bedrohter Tierarten negativ beeinflussen.

Wenn ich nun ein Berggorilla wäre, hätte ich mich 2020 gewundert, dass eine Zeit lang keine Besucher gekommen sind und ansonsten mein entspanntes Leben im Regenwald genossen (wovon wir uns sowieso eine Scheibe abschneiden können). 2021 wird es genauso sein, die Welt dreht sich weiter und ab und zu gibt es leider tragische Ereignisse, auf die man selbst keinen Einfluss nehmen kann – und so langsam kommen ja auch wieder Touristen mit ihren kleinen klickenden Apparaten – denn nach Uganda darf und kann man schon seit Oktober wieder reisen.

Mit dieser kleinen Fotoauswahl wünscht das ganze Mondberge-Team frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein hoffentlich besseres Neues Jahr, in dem wieder viele Begegnungen zwischen Berggorillas und Menschen stattfinden können.

Zum Schmökern, um das Fernweh zu lindern – und immer ein gutes Geschenk: der Fotobildband „Perle Afrikas“ – Uganda für zuhause! Leseprobe zum Download und weitere Infos hier

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